Sicherheitsnormen für Außenfliesen im Überblick
Das Verständnis der Normen hinter den Rutschhemmungsklassen hilft Ihnen, die richtige Fliese mit Sicherheit auszuwählen, unabhängig davon, ob Sie nach US-amerikanischen Projektanforderungen oder europäischen Rechtsvorschriften arbeiten.
DIN 51130: Überblick über die R‑Werte
DIN 51130 ist die deutsche Norm, die die R-Bewertungsskala definiert und die Rutschfestigkeit klassifiziert, indem sie den maximalen Neigungswinkel misst, bei dem eine Testperson auf einer ölgeschmierten Oberfläche gehen kann, bevor sie die Haftung verliert. Die Skala reicht von R9 bis R13 wie folgt:
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R9: normale Rutschfestigkeit, 6°–10°, geeignet für die meisten trockenen Innenbereiche
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R10: mittlerer Grip, 10°–19°, empfohlen für Küchen, Badezimmer und leicht frequentierte gewerbliche Räume
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R11: hohe Rutschfestigkeit, 19°–27°, die Standardwahl für Außenfliesen in Wohn- und Gewerbebereichen
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R12: sehr hohe Rutschfestigkeit, 27°–35°, erforderlich für steile Rampen, Einfahrten und risikoreiche Außenbereiche
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R13: maximale Rutschhemmung, über 35°, vorgeschrieben für extreme industrielle Umgebungen mit hohem Verschmutzungsrisiko
R12 nimmt die zweithöchste Position auf dieser Skala ein und wird von Architekten, Designern und Fliesenherstellern sowohl auf dem europäischen als auch auf dem US-amerikanischen Markt häufig herangezogen.
DIN 51097 für Barfußbereiche (warum R12 nicht barfußsicher ist)
DIN 51097 ist eine separate Norm, die speziell für nasse Barfußbereiche entwickelt wurde, und eine R12-Einstufung nach DIN 51130 garantiert nicht automatisch die Einhaltung dieser Norm. Die beiden Normen prüfen unterschiedliche Bedingungen und dienen unterschiedlichen Zwecken.
Während DIN 51130 Öl und beschuhte Füße verwendet, um Arbeitsumgebungen zu simulieren, nutzt DIN 51097 Wasser und nackte Füße, um Oberflächen in Poolbereichen, Duschbereichen und Wellnessräumen zu bewerten. Sie klassifiziert Oberflächen in drei Kategorien:
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Klasse A: mittlerer Haftungsgrad (≥12°), geeignet für Umkleideräume und nasse Innenbereiche mit geringer Rutschgefahr
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Klasse B: hohe Rutschhemmung (≥18°), empfohlen für Poolumgebungen, Außenduschen und nasse Freizeitbereiche
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Klasse C: maximale Rutschhemmung (≥24°), erforderlich für geneigte Poolterrassen, Oberflächen in Wasserparks und Bereiche mit kontinuierlichem Wasserfluss
Eine Fliese, die aufgrund ihrer R12-Zertifizierung für eine industrielle Rampe spezifiziert ist, erfüllt nicht automatisch die Anforderungen an barfußbegehbare Poolterrassen, wenn sie nicht zusätzlich eine Einstufung der Klasse B oder Klasse C aufweist. Achten Sie bei der Auswahl rutschhemmender Fliesen für Pools oder Wellnessbereiche stets darauf, dass die Fliese sowohl die relevante R-Einstufung als auch die entsprechende Barfuß-Klassifizierung nach DIN 51097 aufweist.
Wie R12‑Fliesen getestet werden
R12-Fliesen werden durch den in DIN 51130 definierten und in EN 16165 genannten Öl-Rampentest zertifiziert. Ein geschulter Prüfer geht in standardisiertem Sicherheitsschuhwerk auf einer auf einer verstellbaren Rampe montierten Fliesenprobe hin und her, während die Oberfläche kontinuierlich mit Öl benetzt wird. Der Winkel wird schrittweise erhöht, bis der Prüfer das Gleichgewicht verliert, und der maximale sichere Winkel bestimmt die R-Klassifizierung.
Um die R12-Zertifizierung zu erhalten, muss die Fliese durchgehend einen Wert zwischen 27° und 35° aufweisen. Die Prüfung wird von akkreditierten Labors durchgeführt, und die Ergebnisse müssen für professionelle Spezifikationen dokumentiert und rückverfolgbar sein.
Bei Projekten in den USA müssen Planer, die sowohl eine Dokumentation der R-Klassifizierung als auch die Einhaltung der DCOF-Vorgaben benötigen, beide Testergebnisse vom Hersteller anfordern, bevor sie ihre Auswahl endgültig treffen.